Gefühle einordnen Copy

Du hast in diesem Modul bereits mit dem Somatogramm sowie verschiedenen Bildern gearbeitet, um dein Lampenfieber bewusster wahrzunehmen. Die folgende Übungen ergänzt diese Wahrnehmung und wird im dritten Modul auch noch einmal eine Rolle spielen.

Viele Menschen denken, dass wir uns entweder gut oder schlecht fühlen. Doch wir haben zwei verschiedene Systeme, mit denen wir Gefühle „erzeugen“. Einmal das negative System, das dich vor Gefahren warnt (und das auch bei deinem Lampenfieber eine Rolle spielt) und einmal das positive System, häufig auch Belohnungssystem genannt, das Gefühle wie Freude oder Stolz auslöst.

Die Affektbilanz, die du im Workbook auf Seite 17 siehst, hilft uns, die einzelnen Anteile unseres Gesamtgefühls bewusster wahrzunehmen. Sie besteht aus zwei Skalen, die die beiden Gefühlssysteme darstellen. Wir können nun auf jeder Skala eintragen, wie es uns in dem einzelnen System geht. Die Summe der Zahlen muss dabei nicht 100 betragen, sondern kann unabhängig voneinander festgelegt werden.

Da es für die meisten Menschen einfacher ist, beginnen wir mit den negativen Gefühlen. Erinnere dich an eine oder mehrere Situationen in deinem Leben, bei denen du der negativen Skala einen Wert von 100 und der positiven Skala einen Wert von 0 geben würdest. Schreibe eine oder mehrere Situationen in dein Workbook.

In der nächsten Zeile siehst du die Skalen dieses Mal mit umgekehrten Voraussetzungen. Die positive Skala steht auf 100, die negative auf 0. Wann in deinem Leben warst du uneingeschränkt glücklich und zufrieden?

Dass die Summe der beiden Skalen nicht 100 ergeben muss, sondern starke gemischte Gefühle auch auftreten können, sehen wir in der nächsten Zeile. Hier bewegen sich beide Skalen im oberen Drittel. Je größer die Zahlen auf den beiden Skalen, desto größer bzw. intensiver war natürlich auch dein gemischtes Gefühl.

Such dir nun ein oder mehrere Ereignisse in deinem Leben, bei denen du starke gemischte Gefühle hattest. Ein Beispiel könnte eine neue Arbeitsstelle sein: du warst froh über den Job und die Chance, gleichzeitig aber auch angespannt und aufgeregt.

In der letzten Zeile sind beide Skalen nahe Null. Dies sind schwache gemischte Gefühle. Bei welchen Situationen hast du weder positive noch negative Gefühle (man könnte auch sagen: wann ist dir etwas egal)?

Auf Seite 18 kannst du die Affektbilanz nun für deine Reden eintragen. Wie fühlst du dich vor, während und nach der Rede? Was fällt dir auf, wenn du die Affektbilanzen vergleichst?